Alte Baumriesen verzaubern uns Menschen schon seit Jahrhunderten. In zahlreichen Sagen und Geschichten spielen alte Bäume eine Hauptrolle.
Ist das der Grund, warum wir von diesen urigen Gestalten so fasziniert sind?
Auch in der Wildeshauser Geest finden Sie zahlreiche urige und zum Teil sehr alte Bäume. Einige möchten wir hier näher vorstellen:
Standort: Am Dorfring, Dötlingen
Seit angeblich 1000 Jahren steht dieser Baumveteran auf dem Dötlinger Dorfplatz. Sicherlich hat er schon bessere Zeiten erlebt. Jahrzehntelang haben Baumchirugen ihr "Bestes" gegeben, um diese Eiche am Leben zu erhalten. Mittlerweile hat die Vernunft gesiegt und unsere Dorfeiche darf in Ruhe sterben (Zusatz: seit dem Herbst 2020 wird nun doch der letzte verblieben Hauptast mit mehreren Stahlträgern gestützt)
Im 18 und 19. Jahrhundert war die Eiche der Mittelpunkt von Versammlungen und unter dem Schatten der Krone, trafen sich einst die „Hollandgänger“. Heute sollte die Fläche zum Schutz des Baumes und zum eigenen Schutz nicht mehr betreten werden. Im Sommer 2012 stürzte ohne äußere Einwirkung plötzlich ein Hauptast zu Boden. Der Stammumfang beträgt ca.7,15m.
Standort: Welsburger Damm; am besten erreichbar über den Wanderparkplatz in Immer (Stüher Straße)
Zugegeben die Eiche steht seit 1889 nicht mehr. Aber die Ausmaße müssen enorm gewesen sein. Zudem galt diese Eiche als Rastplatz und Treffpunkt für Reisende seit Jahrhunderten (siehe Dötlinger Dorfeiche).
Ganz in der Nähe befand sich auch die Welsburg, deren Überreste aber schon seit Jahrzehnten verschwunden sind. Eine Schautafel lässt vermuten, wie sie damals ausgesehen hat und berichtet über den Krieg zwichen den Wildeshausern und den Oldenburgern.
Zudem war der Stühe auch das Zuhause des Wilddiebes Hasen Ahlers. Dessen Geschichten wiederrum auch heute noch gerne erzählt werden.
Standort: Zwischen Geveshauser Kirchweg und Rittrumer Kirchweg, mittig des Waldstückes. Hier den Forstweg Richtung Geveshausen folgen, nach ca. 300 m links
Ein Hutewald ist eine Waldfläche, die als Weide für die Viehhaltung genutzt wurde. Besonders im Herbst wurde das Vieh in die speziell dafür ausgelegten Wälder getrieben, um sich u.a. von der Saat der Bäume zu ernähren. Durch den dadurch entstandenen starken Verbiss konnte sich der Wald kaum verjüngen. Die Folge: die Waldbäume hatten viel Platz und konnten besonders ausgeprägte Kronen bilden. Solch eine Ansammlung an Hutebäumen ist hier im Dötlinger Holz noch zu finden. Diese erinnern mit ihren sehr breiten Kronen ein wenig an die Heimatbäume im Film Avatar1.
Standort: an der Huntebrücke Wildeshausen
Direkt an der Huntebrücke thront eine echte botanische Rarität: eine Korkenzieher-Säuleneiche (Quercus robur 'Fastigiata Tortuosa'). Eingeklemmt zwischen Brücke und einem Parkplatz, zeigt dieser außergewöhnliche Baum eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Seit über 50 Jahren hat sie es geschafft, trotz begrenztem Raum sich optimal zu entfalten.
Besonders im Winter zeigt die Eichenzüchtung ihre wahre Schönheit. Dann wirken die gedrehten Zweige bei der Säuleneiche wie ein kleines Kunstwerk.
(Zuletzt besucht: 2025)
Standort: Kirchstraße, Wildeshausen
Neben der im 13. Jahrhundert entstandenen und sehr sehenswerten Alexanderkirche steht eine über 150 Jahre alte Platane. Ihre riesige Krone bietet vor allem im Sommer einen wunderschönen Schatten und für die Altstadt Wildeshausens einen wunderschönen Anblick.
Der Stammumfang beträgt ca.5,5 m und die Gesamthöhe ca. 36 m.
Eine Legende besagt, dass im dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ein italienischer Soldat neben der Alexanderkirche begraben wurde. Daraufhin pflanzten seine Kameraden einen Platanenbaum auf sein Grab. Sollte diese Sage stimmen, dann wäre der Baum sogar 400 Jahre alt…
Leider ist auch diese Platane an dem Massaria Pilz erkrankt – aber noch reichen seine Abwehrkräfte aus.
Standort: an der Minigolfanlage am Rosenfreibad, Harpstedt
Was für ein Riese! Mit einem Stammumfang von 5,36m (2025) gehört dieser Tulpenbaum zu den mächtigsten Tulpenbäumen in Deutschland (Aktuell Platz 6). Beeindruckend ist auch seine Höhe von 34 m.
Was muss das im Juni zur Hauptblütezeit für ein Blütenspektakel sein. Daher schauen wir auch ein wenig darüber hinweg, dass die Jahreszahlen der Pflanzung nicht ganz stimmen kann.
Direkt in der Nachbarschaft befindet sich ein weiterer Baumriese, eine Holländische Linde (Tilia x europaea) mit einen ebefalls sehr beachtlichen Stammumfang.
(Zuletzt besucht: 2025)
Standort: im Witzleben Garten, Von Witzleben Allee. Der Park kann nur während einer Führung besichtigt werden.
Die prachtvolle und gesunde Linde mit einem Stammumfang von ca. 5m steht vor dem Herrenhaus im Witzleben Park. Diese kann auf eine beeindruckende Geschichte zurückblicken: Gepflanzt wurde sie mit einer Partnerlinde angeblich von den Mönchen des Klosters vor ca. 800Jahren. Während der Besatzung nach dem 2. Weltkrieg versuchten kanadischen Soldaten die Linden in die Luft zu sprengen und das Herrenhaus abzubrennen – Zum Glück blieb das Herrenhaus stehen und eine der beiden Linden erholte sich von der der Sprengung und entwickelt noch heute seine volle Pracht.
Der Park kann nur während einer Führung besucht werden. Die frisch renovierte Kloster Ruine nebenan besitzt regelmäßige Öffnungszeiten und lohnt ebenfalls einen Besuch.
Diese Douglasie wurde ein Jahr nach der Errichtung der Jagdhütte 1843 gepflanzt. Im Jahrbuch der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft Ausgabe 98 steht, dass die damalige herzogliche Familie den Setzling von der Hamburger Baumschule James Booth für 2Thaler Courant und 8 Grote kaufte. Eine für damalige (und heutige) Zeiten sehr hohe Summe. Dabei handelte es sich um ganz besondere Douglasienpflanzen. Es war eine von drei Stück die erstmals in Deutschland angeboten wurden. Während die erste Pflanze auf dem Firmengelände der Baumschule Booth gepflanzt wurde und später zu "Forschungszwecken" abgesägt wurde, lebt auch die zweite Pflanze heute nicht mehr. Diese stand auf dem Jägerhof bei Wolgast in Vorpommern und starb 1993. Somit ist diese Douglasie die letzte Überlebende der Ersteinführung in Deutschland und wahrscheinlich auch die älteste Douglasie in Kontinentaleuropa.
Auch wenn es aufgrund des besseren Klimas besonders in England und Irland weitaus stärkere Douglasien gibt, beeindruckend ist dieser 30m hohe Baum allemal. Zumal die Spitze aufgrund von Stürmen leider mehrmals herausgebrochen ist.
Zu erreichen ist der Baum nur durch einen Spaziergang, den man am besten am Forsthaus Sandkrug beginnt.
Standort: Hude, erreichbar über den Parkplatz Am Forsthaus.
Mit einem geschätzten Alter von ca. 1200 Jahren zählt diese Eiche zu den ältesten Bäumen in Niedersachsen. Benannt wurde sie nach Friederike Elisabeth Amalie von Oldenburg.
Im Hasbruch sind noch weitere Baumriesen zu finden. Von einigen wie der Amalieneiche sind leider nur noch Reste zu bewundern.
Standort: Meierhafe, 27777 Gandekesee; Direkt hinter einem Feldweg
Wilde Wacholder kennen wir hauptsächlich aus der Lüneburger Heide, aber auch hier im Landkreis Oldenburg waren diese malerischen Bäume früher einmal heimisch.
Hier in der Bauernschaft Meierhafe gibt es tatsächlich noch einen kleinen Wald aus ürsprüchlichen wilden Wacholdern. Nur vom Feldweg aus einsehbar.
Standort: Buchenallee
Die um 1840 gepflanzten Buchen haben ein gewaltiges Ausmaß. Das macht eine Autofahrt durch diese Allee daher zu einem besonderen Erlebnis. Leider auch im Negativen. Vor allem bei Sturm lassen die Buchen zahlreiche Äste fallen. Daher wurden etliche Bäume gefällt und durch neue Buchen ersetzt.
Standort: am Wanderweg Baumweg, direkt am Wanderparkplatz an der B213 hinter der Autobahnauffahrt Ahlhorner Heide in Richtung Cloppenburg.
Die hier abgebildete Hainbuche finden Sie, wenn Sie den Wanderweg bis zur ersten größeren Sandkreuzung folgen, hier links abbiegen und an der nächsten Kreuzung den gepflasterten Weg wiederrum links abbiegen. Bitte nicht die Wege verlassen!
Dieser Urwald war früher ein Hutewald und hat dadurch spektakuläre Bäume entwickeln lassen. Durch den Verbiss der Weidetiere konnten die vorhandenen großen Bäume eine besonders üppige Krone entwickeln – die kleinkronigen Bäume, wie die Hainbuchen hatten kaum eine Chance und bildeten, wenn überhaupt, kleine mehrstämmige Spitzentriebe. Da dieser Wald schon seit über 120 Jahren nicht mehr als Hutewald dient, haben sich aus den einst verbissenen Hainbuchen diese malerischen, skurril gewachsenen „Feenbäume“ entwickelt. Auch wer nicht an Feen und Wichtel glaubt wird kaum abstreiten, dass sie hier ihr zuhause haben könnten.
Standort: direkt neben dem Eingang
Diese Kriegsgräberstätte wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut. 940 Personen überwiegend aus Großbritannien und Kanada fanden hier ihre letzte Ruhestätte.
Die Gestaltung erfolgt nach einem festgelegten Erscheinungsbild, das von der CWGC festgelegt wurde.
Neben der großen Blickachse fallen besonders die mächtigen Magnolien auf, die am Eingangsbereich gesetzt wurden. Hier dürfen die Magnolia x soulangeana ungehindert wachsen und sich von ihrer ganzen Schönheit zeigen. Verpassen Sie auf keinem Fall das einmalige Blüten- und Duftspektakel ab Mitte April.
Standort: an der Straße Zur Sager Heide / Sage - dort ausgeschildert
Eine Märchenbaum! Diese um 1750 gepflanzte oder ausgesäte Traubeneiche besitzt eine ungewöhnliche schöne weitausladende Krone. Dieser Kronenaufbau war nur möglich, weil sich der Baum früher frei auf der Heide entwickeln durfte. Solche Bäume dienten früher als Wegweiser und waren beliebter Unterschlupf für Mensch und Heidevieh
Der Kronendurchmesser wird auf 22m geschätzt!
Tipp: besuchen Sie auch die Schütte Buche und die nicht weit entfernte Ritterhoff Eiche
Standort: an der Straße Zur Sager Heide / Sage - dort ausgeschildert
Ganz in der Nähe dieser Eiche stand ein Schafkoben, der aber vor einiger Zeit abgebrannt ist. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass diese Traubeneiche häufiger verbissen wurde, vermutlich durch die intensive Schafbeweidung Das erklärt den kuriosen sehr malerischen Wuchs. Die Stammgabelung beginnt bereits in 120cm Höhe. Nur selten sind solche Bäume in der Natur noch zu bewundern. Vermutlich ist der Baum um 300 Jahre alt. Der Stammumfang beträgt 6m, der Kronendurchmesser ca. 28m (!)
Tipp: besuchen Sie auch die nicht weit entfernte Schüttenkofen Eiche und Schütte Buche
Standort: an der Straße Zur Sager Heide , Sage - Weg zur ausgeschilderten Schüttenkofen Eiche folgen
Mit einem Stammumfang von ca. 6,78m ist diese Buche die zweit dickste in Niedersachsen und auf Platz 16 bei den noch lebenden Buchen in Deutschland.
Gepflanzt wurde sie um 1810 – vermutlich von der Familie Schütte, die auch heute noch im Besitz der Buche ist.
Leider ist ein großer Hauptast vermutlich bei einem Sturm abgebrochen. Auch muss bei einem Besuch immer damit gerechnet werden, dass urplötzlich Zweige abbrechen. Seien Sie daher sehr vorsichtig! Am besten lässt sich dieser Baumriese aus der Entfernung beobachten.
Der Weg zur Buche ist nicht gesondert gekennzeichnet. Es handelt sich aber um den gleichen Weg wie zur Schüttenkofen Eiche. Biegen sie ca. 200m VOR der Schüttenkofen Eiche rechts in den Waldweg ab.
Standort: Bissel, Strohriede – hinter der Autobahnbrücke ausgeschildert. Die Grotelüschen Buche steht nach ca. 300m auf der linken Seite, für die Wichmann Buche geht man bis zur nächsten Weggabelung, dort links und nach ca. 200m auf der linken Seite.
Beide Buchen haben schon bessere Jahre erlebt. Woanders werden solche Bäume abgesägt – hier dürfen Sie trotzdem weiterwachsen. Allerdings droht die Grotelüschen Buche nun auseinanderzubrechen. Aus der ehemaligen prachtvollen Buche sind schon etliche starke Zweige abgebrochen. Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Krone komplett zerbricht.
Bei der Wichmann Buche wurde die schon stark abgestorbene Krone zurückgeschnitten. Und treibt erstaunlich üppig und gesund wieder durch!
Was ist richtig, was ist falsch – darf ein historischer Baum so einfach sterben oder dürfen wir Menschen Hand anlegen und den Bäumen somit zu neuem Leben verhelfen?
Beide Bäume besitzen einen Stammumfang von mehr als 4m und sind ca. 250 Jahre alt – für Buchen ein sehr stattliches Alter.
Standort: direkt neben der Siegssäule
Eine traumhafte über 150 Jahre alte Hänge-Eiche (Quercus robus 'Pendula') befindet sich an der Ofener Straße nahe der Friedenskirche neben der Siegessäule die an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erinnert. Es ist schon erstaunlich, dass diese Eiche auch heute noch hier wachsen darf, denn solch locker überhängende Bäume sind in modernen Städten nicht mehr erwünscht. Leider wird dieser Baum immer wieder aufgeastet, so dass der natürliche Wuchs kaum noch zu erkennen ist.
Der Link führt auf die Homepage des Stadtmuseums Oldenburgs wo auf historischen Bildern der wundervolle malerische Wuchs der Hänge-Eiche noch zu erkennen ist.
Standort: An der Straße Hagstedt, Visbek; Zwischen den Obsthöfen Bergmann und Kühling (mit Hofläden)
Vor etwas mehr als 100 Jahren wurde diese Trauerbuche als Erinnerung an ein schweres Unglück gepflanzt, bei dem ein örtlicher Landwirt starb. Es wurde auch ein Wegekreuz errichtet, das von der Buche mittlerweile komplett überwachsen wurde. Die Ausmaße der Buche sind so gewaltig, dass sogar Bänke im Kroneninneren aufgestellt wurden.
Wenn Gärtner eine Urlaubsreise planen - spielt der Gartenbau immer eine Rolle. Die Auflistung auf dieser Seite ist selbstverständlich nicht vollständigt. Sie zeigt nur die interessantesten Gartenziele, die wir besucht haben.